Einrichten eines Garnelenaquarium

 

Christian
Splettstösser

 

 

Das Einrichten eines Garnelenaquariums ist relativ einfach, sollte aber trotzdem vorher gut geplant werden. Als aller erstes braucht man ein geeignetes Becken. Für Zwerggarnelen genügen bereits Becken ab 25 Liter, ideal sind 54 Liter Becken. Die Becken sollten aus Glas und nicht aus Plexiglas bestehen.

 

 

Die günstigen Komplettsets bieten sich hier geradezu an, da dort auch schon eine vernünftige Beleuchtung installiert ist. Das einzige Manko dabei sind die enthaltenen Filter, welche für ein Garnelenbecken nur bedingt geeignet sind. Durch einen kleinen Trick lassen sich diese Filter aber durchaus nutzen. Hat man also ein geeignetes Becken, wird als erstes der Bodengrund ins Becken gebracht. Wer anspruchsvollere Pflanzen pflegen möchte, sollte vorher noch einen Pflanzengrund hineingeben.

 

Der eigentliche Bodengrund sollte aus feinkörnigem Kies oder Sand bestehen und die Gesamthöhe des Bodengrunds (inklusive Pflanzengrund) sollte zwischen 5 und 10 cm liegen. Die Auswahl der Farbe bleibt ihnen selbst überlassen. All zu grelle Farben sollte man vielleicht vermeiden, da man sich schnell dran sattgesehen hat, aber letztendlich ist es Geschmackssache. Ich persönliche bevorzuge schwarzen Kies mit der Körnung 1-3 mm, weil ich finde, dass der dunkle Bodengrund die Farben der Garnelen mehr hervorbringt. Wer allerdings auch Panzerwelse (Corydoras, Aspidoras, Blochis), welche sich gut mit Zwerggarnelen vergesellschaften lassen, mit im Becken halten will, sollte Sand wählen.
Als nächstes wird der Filter ins Becken eingesetzt. Die gängigen Filtertypen sind allesamt eine Falle für den Garnelennachwuchs. Er wird durch den Filtereinlass eingesaugt. Standardfilter sind daher nur geeignet, wenn man vorher den Filtereinlass entsprechend abgesichert hat. Dies lässt sich ausgezeichnet mit einem ungefärbten Damenfeinstrumpf realisieren. Besser geeignet sind Schwammfilter mit Luftheber. Hier wird das Wasser durch einen Schwamm gefiltert, wodurch kleine Garnelen nicht in Gefahr geraten können. Zudem sind diese Filter ausgesprochen günstig zu bekommen.
Noch wirkungsvoller sind Mattenfilter. Diese Filter lassen sich auch gut in etwas größeren Becken einsetzen und bieten durch die besondere Technik eine ausgezeichnete Filterleistung. Jetzt vorsichtig das erste Wasser ins Becken geben, bis der Wasserspiegel ca. 4 cm über dem Bodengrund liegt. Anschließend kann die Dekoration (also Holz, Steine oder Höhlen) je nach Geschmack im Becken verteilt werden und abschließend werden die Pflanzen eingesetzt. Hier darf und sollte man sich vom eigenen Geschmack leiten lassen. Aufpassen sollte man bei Pflanzen, die Oxalsäure1 enthalten (z.B. Speerblätter, Anubias, und Wasserkelche, Cryptocoryne), diese können unter Umständen zu einem Garnelensterben führen. Ideale Pflanzen sind z.B. Javamoos, Mooskugeln, Muschelblumen, Nixkraut
Jetzt das Aquarium komplett mit Wasser befüllen und das Becken ist praktisch fertig. Allerdings sollte man natürlich das Becken noch einfahren lassen, bevor die Garnelen das Becken bevölkern können. Das bedeutet, vier bis sechs Wochen wird das Becken ohne Garnelen oder Fische betrieben. Alles andere wie Licht und Filter muss aber bereits laufen. Während der Einfahrzeit wird sparsam ab und an Futter ins Becken gegeben. Durch dessen Umwandlung  können sich die nützlichen Bakterien vermehren und so ein stabiles Aquarienwasser bilden.
Damit man nicht immer an das Licht Ein- und Ausschalten denken muss, sollte man die Beleuchtung über eine Zeitschaltuhr steuern. So sind immer gleich bleibende Beleuchtungszeiten garantiert. Eine Heizung ist bei entsprechender Pflanzenauswahl nicht nötig, solange die Becken in einem Wohnraum untergebracht sind. Die normale Raumtemperatur ist absolut ausreichend.

 

1Anm. d. ATInfo-Red.:
Die Oxal- oder Kleesäure (C2H2O4 ·2H2O) wirkt durch eine Störung des Calziumstoffwechsels. Die lebensnotwendigen Ca-Ionen werden in Form von unlöslichem Calziumoxalat ausgefällt. Das Calzium kann seine Funktion im Körper nicht mehr erfüllen.

 

Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion ATInfo  übernommen.

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